Zum Inhalt springen

Anja Jensen

“Inszenierte Fotografie” Die Fotoarbeiten von Anja Jensen zeigen kalkuliert inszenierte Motive, die Filmstills vergleichbar, schlaglichartig eine ganze Geschichte zu beleuchten scheinen. Farbe, Strukturen und Licht fungieren als Leitmotive: Das Licht lenkt den Blick des Fotografen, wie den des Betrachters. Farbe setzt kräftige Akzente und Kontraste. Unterschiedlichste Strukturen werben um die Gunst des genauen Hinsehens, ebenso wie mit jedem Blick Perspektivwechsel in tiefenperspektivisch aufgesplittete Räume erlebbar werden. Tatorten gleich schildern die Arbeiten beunruhigende Momente. Lichteffekte irritieren den Betrachter. Die Bedeutung des Beobachtens oder Beobachtet-Werdens wie auch die Überwachung von Menschen werden ebenso thematisiert wie die Frage, was denn das eigentliche Subjekt der jeweiligen Arbeit sei und welche teilweise mysteriösen Vorgänge hier angedeutet werden sollen. Dabei werden die Motive von der Künstlerin sorgfältigst vorbereitet und installiert. Bei aller Unterschiedlichkeit der Motive, ist den Fotografien von Anja Jensen immer gemeinsam ihre Wurzel in der Malerei und die daraus resultierende Auffassung von Fotografie und Bild.

Die Thematik des Beobachtens, der Überwachung, die Kontrollmechanismen, die eine hochtechnisierte Gesellschaft hervorgebracht hat, haben Anja Jensen zu unterschiedlichen Fotoserien geführt.

So hat die Zollfahndung Anja Jensen Motive für Arbeiten geliefert, die dann einen durchleuchtet Container vom HH Hafen zeigen oder auch ein durchleuchtet Rennyacht, in der etliche Kilo Rauschgift gefunden worden waren.

Anja Jensens Reihe “Palma München Amsterdam“ zeigt durchleuchtetes Handgepäck von Passagieren mit Destination Palma, München und Amsterdam, aufgenommen bei ihrem Abflug ab Flughafen Münster-Osnabrück.

„Palma-München-Amsterdam“, entstanden 1999 ist bereits heute historisch zu nennen, da nach der Erfahrung des Terroranschlags vom September 2009 die Überwachungssicherheit beim Fliegen und an Flughäfen derart erhöht wurde, dass diese Dinge, die sich hier noch im Handgepäck befinden durften, heute zu enormen Problemen bei der Beförderung als Handgepäck darstellen würden. Somit verdeutlichen diese Arbeiten auch, wie heute der „gläserne Mensch“, im Zeitalter des Bodyscanners, anders auf Reisen geht, als noch vor 10 Jahren.

Webseite: https://anjajensen.de/
Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Anja_Jensen
photography-now: http://photography-now.com/artist/anja-jensen

Sei der Erste der einen Kommentar abgibt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.